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Schmunzelweisheit

Gedichte von Clemens Tilmann

Die Gedichte sind jetzt auch als Buch erschienen.
Es heißt: "Schmunzelweisheiten".

Hier erscheint immer mal wieder ein neues Gedicht

05. April 2016: ist das letzte Gedicht eingestellt worden.

Neue Gedichte stehen immer oben.

Die Ashramkatze

Im Ashram jetzt wird meditiert.
Die Katze gern' auf jene stiert,
die da sitzen andachtsvoll,
ja, die Mieze find' das toll.

An den Mönchen stupsen, schnuppern
und am Guru s'Fellchen schuppern.
Der beginnt das schlecht zu finden,
ordnet an sie festzubinden.

Als der Guru stirbt ganz plötzlich,
bleibt es für den Mönch ergötzlich,
meditierend Ruh' zu finden
und dabei die Katz' zu binden.

Als dann auch die Katz' muss gehen,
wird man nach 'ner neuen sehen,
um sie dann nach alter Sitte
anzubinden in der Mitte.

Als vergangen tausend Jahre,
schreibt ein Moensch das wirklich Wahre.
Welch ein tiefer, frommer Schatz
liegt im Binden einer Katz'.
Alte Hinduerzählung


Himmel

Kommt die Spinne in den Himmel,
freut sie sich an dem Gewimmel.
Krabbeln Käfer, fliegen Fliegen,
Schmetterlinge zum Besiegen;
Wespen, Bienen zum Verspeisen;
welch ein Summen, welch ein Kreisen.
Keine Zeit zum lange Sinnen,
fängt sogleich sie an zu spinnen.
Käfer Petrus mit Geweihe:
Musst dich fügen in die Reihe,
musst jetzt dem Ambrosia frönen,
das Aussaugen abgewöhnen.
Basta Schluss und aus vorbei
ist's mit ird'scher Schleckerei.



Die Logik

Das was logisch und wahr erscheint
ist das, was das Hirn zusammenreimt.
Fakten vom Denken vernetzt
und schlüssig zusammengesetzt.
Doch kommt nur ein Faktum hinzu,
kann alles sich ändern im Nu.
Du freier Geist wo weist du's her?
Vielleicht zu wissen gibt es noch mehr.
Mal Unbesorgt, mal arrogant
wird Logik als Wahr anerkannt.


Erinnerungen

Jetzt bist Du einfach fort;
kehrst nicht zurück an diesen Ort.
Und die Erinnerungen?
Du nimmst, so scheint's - sie mit dir fort.
Nicht, dass ich keine hätte mehr,
erinner'n tu ich viel und sehr.
Doch ohne Dich, da sind sie hohl und leer.
Für Doris 2009


Rechthaberei

Ein Mensch bestaunt das Firmament;
in welch' Türkies, der Himmel brennt.
Ein And'rer sich zu ihm gesellt,
ihm dieses blau so sehr gefällt.
"Der Himmel blau? Was für ein Quatsch.
Ja seh'n sie nicht den grünen Tatsch?
"Da ist kein grün, das schwöre ich,
es ist doch blau ganz eindeutig."
"Woll'n Sie den Himmel für sich pachten
und mein Türkis so gar nicht achten?!"
"Ach was! Sie sind ein Rechthaber,
das alles ist doch nur Gelaber."

Der Streit, der wird existentiell,
von Weitem hört man's wie gebell.

Im Grunde machen beide klar:
Was du wahrnimmst - das ist nicht wahr.
Wenn das was wahrgnommen scheint's nicht stimmt
die Orientierung es dir nimmt.
Doch diese braucht's zum Überleben,
Drum wird man nach Rechthaben streben.
    Fazit
    Sei Dir der Richtigkeit gewiss,
    das was Du siehst, auch richtig 'is.
    So kannst du weise und gelassen,
    dem Andern seine Meinung lassen.


Tod und Morgen

Die Schatten werden Länger schon
Die Sonne steigt von ihrem Thron.
Zu spüren ist die Abendruh
Die Fensterläden gehen zu.
Die Amsel singt ein letztes Lied.
Und weil es täglich so geschieht
so wundern sich die Menschen nicht,
weil die Erfahrung uns verspricht:
Ein neuer Tag wird Morgen sein
mit wieder neuem Sonnenschein.

Steht dir der Tod einmal ins Haus
scheint dir die Endlichkeit ein Graus.
Noch Ungelebtes macht dir Sorgen!?
Im Zeitrhythmus fühl dich geborgen.
Dem Lebensabend folgt vielleicht
ein Leben das dem Morgen gleicht.



Sahara

Ein Mensch in Mitten der Sahara
wünscht sich nach Haus' zu seiner Klara.
Im dürstet arg, es ist sehr heiß
aus allen Ritzen fließt ihm Schweiß.
"Ich hab' nicht lange mehr zu leben!"
denkt er beim bäuchlings Vorwärtsstreben.
Gott, hätte ich mehr Zeit genommen
mit ihr zu sein, sinnt er beklommen.
Hätt' mit ihr vielmehr reden sollen
und sie mehr herzen, küssen wollen.
Sein Kopf sackt müde in den Sand
Die Hitze bringt ihn an den Rand.
Auch die Gemeinschaft mit ihr Pflegen
mit ihr zusammen 'was bewegen.
Sein Leben mit dem Ihren teilen,
an ihrer Seite süß verweilen.
Als er sein Kopf nach oben beugt
in eines Löwens Auge äugt.
Da plötzlich ist er aufgewacht -
mit tausend Küssen sie bedacht.


Vom Berg

Ein Mensch steht oben auf dem Berg
und wirkt von unten wie ein Zwerg.
Sich über dieses unbewusst
holt er sich einen argen Frust.
Er hat gewunken unten allen
doch niemand kundet ihm gefallen.
Doch einer steht mit Fernglas unten
und hat nach oben auch gewunken.
Der oben hat das nicht geseh'n
Muss ungegrüßt von dannen geh'n.
    Fazit
    Wenn du dich fühlst ganz unverstanden
    kommt dir die Sicht oftmals abhanden,
    dass nämlich es wohl Menschen gibt -
    hätt'st du's entdeckt - dich doch geliebt.
Denn näher sind wir im Genuss, dem Göttlichen als im Verdruss!